Schweiz

Kombinierte Bus- und Zug-Reise in die Schweiz vom 28. Juni bis 2. Juli 2026 mit Annette Heizmann

Rückschau auf die spirituelle Auszeit vom 28. Juni bis 2. Juli 2026 in der Schweiz

Waren Sie schon einmal bei einer Reise mit Annette Heizmann dabei? Nein? Dann nichts wie los und die nächste Fahrt unter ihrer Leitung nicht verpassen.
Mit Annette unterwegs zu sein, ist ein Erlebnis der ganz besonderen Art. Schema-F-Reiseleitung sucht man bei ihr vergebens. Das durfte die 33-köpfige Gruppe, die sich vom 28. Juni bis 2. Juli 2026 eine spirituelle Auszeit in der Schweiz genommen hatte, hautnah erfahren.

Schon der Start der Tour verlief unplanmäßig. Wegen eines Staus stand schnell fest: Wir schaffen es nicht bis zum Pilgergottesdienst in Einsiedeln. Kein Problem für Annette. Kurzerhand feierte sie im Bus zeitgleich einen Mini-Wortgottesdienst, bei dem sich auch gleich erwies, dass die Reisenden allesamt sangesfreudig waren und ihr Chor auch ohne Proben aufführungsreif.

Schon die Anfahrt zum Kloster Einsiedeln lehrte uns: Verlass dich nie zu hundert Prozent auf dein Navi! Ein steiler schmaler Passweg sollte uns zur schwarzen Madonna führen? Zweifel kamen auf, die niemand sich zu äußern wagte. Oben angekommen, war dann tatsächlich „Ende Gelände“ und lediglich eine Meinrad-Kapelle zu sehen – der Ort allerdings, an dem dieser Heilige sieben Jahre gelebt hatte, bevor er nach Einsiedeln hinunterging. So erzählte es uns Pater Meinrad M. Hötzel, gebürtig aus unserer Diözese, der uns am Nachmittag für einen interessanten Gesprächsaustausch zur Verfügung stand und uns zum Abschluss vor dem Gnadenbild der schwarzen Madonna seinen Reisesegen erteilte.

Das zweite Reiseziel führte zu Niklaus von der Flüe. Mit vielen Informationen von Annette gut versorgt, bestand die Gelegenheit dessen Geburtshaus zu besuchen. Dort wird aktuell eine beeindruckende Ausstellung zu dessen Ehefrau Dorothee Wyss gezeigt. Eine Frau, die, wie so manch andere, Annette besonders am Herzen liegt. Es lohnt sich in der Tat, sich nicht nur mit Bruder Klaus zu befassen, sondern die Aufmerksamkeit auch auf die Person Dorothee Wyss und ihr nicht wirklich alltägliches Leben zu lenken. Davon zeugen die Ausstellung und auch ein Besuch im Wohnhaus der Familie. Den Höhepunkt bildete jedoch der Abstieg in die Ranft, wo Niklaus ab seinem 50. Lebensjahr als Einsiedler lebte. Wer jemals seine Eremitage besucht und auf der schmalen Bank, auf der er zwanzig Jahre gesessen hat, verweilt hat, wird von diesem Ort für immer innerlich ergriffen bleiben. In der später angebauten Kapelle versammelte sich die Gruppe zu Gebet und Gesang; und auch in Nikolaus‘ Grabkapelle beim Friedhof in Sachseln bewiesen die Reisenden mit dem Kanon Dona nobis pacem, dass hier Gleichgesinnte im Namen Gottes miteinander unterwegs waren. Es steckte viel Herzblut in den gesungenen Worten.

Vor der Weiterfahrt via Teufelsschlucht nach Andermatt, dem Ausgangspunkt unserer Fahrt mit dem berühmten Glacier-Express, stieß der Schweizer Reiseführer Heinrich Summermatter zur Gruppe. Er begleitete uns schweizkundig mit beachtenswerten und nicht unbedingt allseits bekannten Informationen - nicht nur auf dem Glacier-, sondern am Folgetag auch durch die mondäne Promi-Stadt St. Moritz sowie der Fahrt mit dem Bernina-Express nach Tirano und von dort weiter bis nach Lugano. Die beiden Zugfahrten waren selbstredend, vermutlich vor allem für die männlichen Reisenden, durchaus die Höhepunkte der Reise. Auf der Fahrt mit dem Glacier-Express beeindruckten die Fahrt über den 65 m hohen und 135 m langen Landwasserviadukt sowie durch die Rheinschlucht zwischen Reichenau und Ilanz, bekannt auch als Swiss Grand Canyon – eine Bezeichnung, die der Schlucht absolut zuzugestehen ist. Die Fahrt mit dem Bernina-Express war für die Reisenden, trotz aller Eindrücke am Vortag, landschaftlich reizvoller. Nicht zuletzt wegen des Kreisviadukts bei Brusio. Beide Bahnstrecken zählen übrigens seit 2008 zum UNESCO Weltkulturerbe.

Zu italienischem Flair in schweizerischem Ambiente lud schließlich der Aufenthalt in Lugano ein. Mit der Schifffahrtsgesellschaft Luganer See kreuzten wir denselben und genossen das Dahingleiten auf dem Wasser, die Aussicht auf die den See einschließenden Berge und die idyllischen Orte. In der kleinen Kirche Santa Maria degli Angioli unweit des Sees beeindruckten nicht allein die ausdrucksstarken Bilder, als vielmehr unsere Gruppe die wenigen anderen Besucher und vor allem den Mesner mit ihrem Gesang in Endlosschleife. Wer wollte, stieg noch mit Annette die 268 Stufen hinauf zur Kathedrale San Lorenzo, bevor der Besuch der Stadt bei Kaffee und Kuchen, einem Eis oder einem Bummel durch die vielen Negozi einen beschaulichen Abschluss gefunden hat.

Ein Herzensanliegen von Annette war letztendlich der Zwischenstopp im Val Lumnezia am Rückreisetag. Touristisch zum Glück noch unerschlossen schlummert dort im kleinen Ort Degen ein bezauberndes güldenes Kleinod: die Kirche Nossadunna (rätoromanisch für Unsere Liebe Frau). Im Inneren befinden sich spätgotische Fresken und eine Schutzmantelmadonna. Mittelpunkt bildet der dreiflügelige Hochaltar mit der Krönung Mariens in der Mitte und rechts und links von ihr je drei heilige Frauen, darunter eine Darstellung des letzten Abendmahls.

Was aber machte nun, neben den angesteuerten Sehenswürdigkeiten, das Besondere dieser Reise aus? Zum einen war es die liebevolle, umsorgende Art und Weise, die Annette und ihr Bruder Friedrich, der ihr unterstützend zur Seite stand, der Gruppe haben zuteilwerden lassen: Das leibliche Wohl betreffend mit Hefezopf, Brot, Crackern, Aufstrichen, Nüssen, Matcha-Suns und Aktivkohle-Kaugummi (zum Schutz vor dem Druck in den Ohren bei Höhenunterschieden). Die Seele umsorgt mit morgendlich-meditativer Körperbewegung, heilsamen Duftölen und kräuterkundlichem Wissen, ausführlich von Annette erforscht bei Hildegard von Bingen. Zum anderen war es aber auch die Reisegruppe selbst, die zur Einzigartigkeit beigetragen hat. In ihr hatten sich Menschen zusammengefunden, die nicht nur an den Reisezielen interessiert waren, sondern auch an einem harmonischen Miteinander und darüber hinaus einer am anderen.

Der Himmel ist dort, wo Menschen einander gut sind, wo Menschen miteinander reden, wo Menschen füreinander sorgen, heißt es in einem Text. In diesem Sinne waren wir Mitreisende mit Annettes spiritueller Auszeit in die Schweiz für einen Lidschlag unserer Leben geradewegs im Himmel.

Text: C. Krämer
Bild: F. Heizmann